Studierende berichten von ihren Erfahrungen im Ausland
Julia Volz studiert im Kompetenzfeld Farbdesign und absolvierte ein Auslandssemester an der Seoul National University in Südkorea
Eckdaten
Name
Paulina Temborius
Kompetenzfeld
Farbdesign
Ort
Seoul, Südkorea
Partnerhochschule
Soul National University
Was war Ihre Motivation für das Auslandssemester?
Während meines Auslandsaufenthalts in Korea hatte ich die Möglichkeit, neue Designansätze kennenzulernen und meinen gestalterischen Horizont durch einen internationalen Blickwinkel zu erweitern. Besonders interessierte mich die koreanische Designkultur, die sich in vielerlei Hinsicht von europäischen Ansätzen unterscheidet und mir neue Perspektiven und Techniken eröffnete. Gleichzeitig sah ich darin die Chance, bewusst meine Komfortzone zu verlassen und mich auf eine neue Kultur einzulassen. Mein Interesse an der koreanischen Kultur motivierte mich zudem, mich intensiver mit dem Alltag vor Ort auseinanderzusetzen. Dieser Aufenthalt bot mir die einmalige Gelegenheit, ein Land außerhalb Europas nicht nur oberflächlich, sondern wirklich intensiv kennenzulernen und sowohl persönlich als auch kreativ zu wachsen.
Wo und wie haben Sie in Ihrem Auslandsemester gelebt?
Ich habe im Student Dormitory Building 915 in einem Doppelzimmer gelebt. Ich habe mir das Zimmer mit einer anderen Austauschschülerin geteilt. Die monatlichen Kosten lagen bei 160 Euro. Das Studentenwohnheim ist das neueste und somit sehr begehrt, aber auch entsprechend modern und gut ausgestattet. Für die Bewerbung braucht man einen Nachweis über die Masernimpfung und eine Röntgenaufnahme der Lunge als Nachweis, dass man keine Tuberkulose hat.
Wie war die Universität und welche Kurse haben Sie belegt?
Der Campus der SNU ist sehr groß und wirklich schön. Es gibt tolle Werkstätten und das Kursangebot war sehr vielfältig und interessant. Im Department of Design gab es jedoch nur wenige englischsprachige Kurse (während meines Aufenthalts lediglich zwei). Da man für die erforderlichen Credits etwa fünf bis sieben Kurse belegen muss, stellte dies eine Herausforderung dar. Ich empfehle deshalb, frühzeitig mit den Professoren Kontakt aufzunehmen oder sich im Voraus eng mit dem zuständigen Ansprechpartner der HAWK abzustimmen, um eine mögliche Ausnahme von der Regel zu klären, dass die Hälfte der Credits im eigenen Department erbracht werden müssen. In meinem Fall belegte ich schließlich vier Kurse auf Koreanisch und zwei auf Englisch. Meine Kurse waren: „Understanding Popular Art”, „Hanji (Paper Making)”, „Drawing”, „Illustration”, „Bio-Design” und „Introduction to Design”. Die Anmeldung für die Kurse ist ebenfalls sehr aufwendig. Man muss sehr schnell sein, wenn die Kurswahl eröffnet wird, da viele Kurse sonst direkt belegt sind (an die Zeitverschiebung denken!). Außerdem ist zu beachten, dass einige Kurse auf das jeweilige Department beschränkt sind. So konnte ich beispielsweise keine Metallkurse belegen, da diese zum Department of Craft gehören. Überlegt euch deshalb gut, für welches Department ihr euch bewerbt. Mit guter Organisation ist aber alles machbar!
Inwiefern konnten Sie neue Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln?
Während meines Auslandsaufenthalts konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln und mich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln. Ich habe spannende Kurse ausprobiert und zahlreiche Ausstellungen besucht. Gleichzeitig konnte ich meine Koreanischkenntnisse verbessern. Insgesamt bin ich offener und aufgeschlossener geworden. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und viel gereist. Dabei habe ich gelernt, sehr eigenständig zu sein und mich im Alltag in einem fremden Land zurechtzufinden. Korea ist ein unglaublich faszinierendes Land, aus dem ich am liebsten gar nicht wieder zurückgekehrt wäre.
Was war das absolute Highlight, fachlich oder auch kulturell?
Ein Highlight sind die Freundschaften, die ich in diesem Semester geschlossen habe, und die tollen Reisen, die wir zusammen unternommen haben, die ich so sehr genossen habe.
Was stellte die größte Herausforderung dar?
Herausfordernd war, dass es nur wenige englischsprachige Kurse gab und einige Professoren kein Englisch sprachen, sodass man nicht davon ausgehen konnte, dass immer Rücksicht genommen wurde. Zudem war die Organisation des Auslandssemesters insgesamt sehr aufwendig mit teilweise komplizierten Bewerbungs- und Anmeldeprozessen, etwa für das Dormitory oder die Kurswahl. Auch die unterschiedlichen Semesterzeiten (Frühling und Herbst) passten nicht ideal zu unserem akademischen Kalender.
Ihre Tipps für zukünftige Outgoings?
Organisiert euch gut und seid offen für neue Erfahrungen und Menschen. Ich kann jedem nur empfehlen, ein Auslandssemester an der Seoul National University zu machen und dort auch beim Buddy-Programm teilzunehmen. Das war für mich eine unvergessliche Zeit und ich bin so glücklich, dass ich mich dafür entschieden habe.